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Luftikuss
des Monats Februar 2008 Wendelin Wiedeking Vorstandsvorsitzender Porsche SE Holding Stuttgart Laudatio Wendelin Wiedeking ist ein Manager mit Verstand und Gewissen. Er hat sich schon häufig für die soziale Marktwirtschaft "made in Germany" ausgesprochen und gegen Turbo-Kapitalismus, den Standort Deutschland nicht schlecht, sondern gut geredet. Das finden wir toll! Weniger freuen wir uns über das, was der Porsche-Chef auf der Hauptversammlung der neuen Porsche-Holding am 25. Januar 2008 in Stuttgart zu dem CO2-Reduktionsvorschlag der EU-Kommission gesagt hat. Diese Maßnahme soll die Autohersteller dazu zwingen, den Spritverbrauch und damit CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge (auf Flotte bezogen) zu senken, um das Klima zu schützen. Dies trifft Porsche hart, da die Zuffenhausener Modelle nicht gerade als Spritsparer bekannt sind. Wiedeking beklagte, dass die von EU-Präsident Barroso und EU-Umweltkommissar Dimas Ende 2007 präsentierte Entwurf die südeuropäischen Automobilhersteller weitgehend schone und beinahe ausschließlich die deutschen Hersteller belaste. Soweit so gut. Wiedeking fügte seinen Ausführungen aber - und das hat ihn zum Luftikuss des Monats gemacht - wörtlich an: "Ich bin weit davon entfernt, die CO2-Auswirkungen zu verniedlichen. Und auch die Bemühungen, den Ausstoß signifikant zu reduzieren, finden meine Unterstützung, wenn ich auch nicht wirklich glauben kann, dass es der Mensch ist, der das Weltklima entscheidend beeinflusst. Und wenn es schon der Mensch sein soll, dann allenfalls durch die Tatsache, dass sieben Milliarden Erdenbewohner eben mehr emittieren als beispielsweise eine Milliarde. Soviel Einsicht verlangt ja schon die mathematische Logik". Aha! Der Porsche-Chef also auch ein so genannter Klimaskeptiker? Zumindest ein halber! Klimaskeptiker bezweifeln nämlich wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach der Kohlendioxid-Ausstoß aus Schornsteinen und (Auto-)Auspuffanlagen unser Klima, unseren Planeten aufheizt. Im weiteren Verlauf seiner Rede verharmloste Wiedeking die dramatischen Wirkungen des Klimawandels und machte sich indirekt lustig über (mit dem Friedens-Nobelpreis geehrte) Wissenschaftler, indem er Folgendes sagte: "Aber wenn CO2 zum Maß aller Dinge wird, dann sind wir nicht mehr weite von Glaubenskriegen entfernt. Die Guten, das sind dann diejenigen, die im Winter zwei Pullover anziehen und die Heizung herunterfahren oder sich im Schein von 40-Watt-Glühbirnen die Augen verderben. Und ganz schnell werden diejenigen zu Klimakillern, die einen Radiowecker einem Aufziehwecker vorziehen oder die eine elektrische Zahnbürste anstelle einer manuellen verwenden. So schafft man nicht nur neue Feindbilder, so redet man auch einer Gesellschaft das Wort, die nach rückwärts gerichtet ist." An dieser Textpassage zeigt sich, dass Herr Wiedeking doch in einer anderen Welt lebt: Kein Umweltschützer sitzt bei einer 40-Watt-Funzel im Dunkeln! Die "Guten" blicken schon voll durch mit einer modernen 11-Watt-Kompaktleuchtstofflampe. Auch die Augen bleiben unbeschadet, denn diese Energiesparleuchte hat die Helligkeit einer 70-Watt-Glühbirne!* Wir meinen: Probleme löst man nicht, indem man sie verneint oder verharmlost. Vielleicht wären die vielen Milliarden, die Herr Wiedeking für die Übernahme von VW ausgibt, besser in Forschung und Entwicklung innovativer Antriebsaggregate investiert, etwa auf Brennstoffzellenbasis. Das würde Porsche nicht nur die von Wiedeking durch die CO2-Redukltionspläne befürchteten Wettbewerbsnachteile ersparen, sondern einen unschätzbaren Wettbewerbsvorteil bringen. Wie sagte schon Albert Einstein: "Kein Problem kann durch dasselbe Bewusstsein gelöst werden, das es erzeugt hat..." Wir wollen Herrn Wiedeking abschließend ein Zitat eines früheren Kollegen entgegenstellen: "Die meisten Menschen wenden mehr Zeit und Kraft auf, um Probleme herumzureden, als sie anzupacken..." Henry Ford I. ![]() Bild: Osram *Erläuterungen: Energiesparlampen: Energiesparlampen werden in den nächsten Jahren die Glühlampe gänzlich ablösen. Denn ihr Einsatz leistet einen erheblichen Beitrag zur Schonung unserer Umwelt. Moderne Energiesparlampen senken die Stromkosten und damit die CO2-Emissionen gegenüber vergleichbar hellen Glühlampen um bis zu 80 Prozent – und das bei bis zu 15-facher Lebensdauer. Anders gesagt: Energiesparlampen leben etwa 10- bis 15-mal länger als herkömmliche Glühbirnen. Gleichzeitig benötigen sie nur etwa 1/5 von deren Leistung, um die gleiche Lichtmenge zu erzeugen. Das bedeutet: Eine einzige Sparlampe mit 20 W ersetzt 15 Glühlampen mit 100 W! Nie war es leichter, die Umwelt zu schonen und dabei Geld zu sparen. .(Quelle Osram) Klimawandel: Schuld am Wandel hat der Mensch, der mit Autos und Heizung immer mehr vom Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) in die Luft pustet. Das ist die Kernaussage des Vierten Sachsstandsberichts des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC; Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen), auch als Weltklimarat bezeichnet, wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ins Leben gerufen. Ihr erster Vorsitzender war der schwedische Meteorologe Bert Bolin. Hauptaufgabe des der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordneten Ausschusses ist es, Risiken der globalen Erwärmung zu beurteilen und Vermeidungsstrategien zusammenzutragen. Der Sitz des IPCC-Sekretariats befindet sich in Genf. Die Organisation wurde 2007, gemeinsam mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. So schweben heute 380 CO2-Moleküle pro eine Million Teilchen (ppm) in der Atmosphäre. 650 000 Jahre lang schwankte CO2 zwischen 180 und 280 ppm, wie Gletschereiskerne zeigen. Am CO2-Anstieg der Atmosphäre lässt sich der Öl-Schock der Siebziger Jahre und das Ende des Ostblocks ablesen. So genannte Klimakritiker, die den menschenverursachten Wandel leugnen, nimmt Lemke durchaus ernst: „Unsere Ergebnisse werden von Wissenschaftlern, die von Ölkonzernen bezahlt werden, und von Politikern bezweifelt, weil sie Veränderungen verlangen.“ Um den Klimawandel zu mildern, müsse jeder sein Verhalten ändern. Zu Fuß zum Bäcker sei nur ein Anfang: „Die Gesellschaft muss erkennen, dass sie an Grenzen gekommen ist", sagte Peter Lemke, Physiker und Mitverfasser des UN-Experten-Berichts (ICCP) zum Klimawandel auf einem Vortrag in Stuttgart. (StN).änderung, Albert Einstein: "Eine neue Art von Denken ist
notwendig,
Hier
ein Linktipp zur deutschen IPCC- Seite mit vielen Informationen auch in
deutscher Sprache:
Wichtiger Hinweis:
Der undotierte „Luftikuss“ ist ein satirischer Negativpreis!
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