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Bürgerinitiative Frischluft für Cannstatt  

Argumente gegen eine Bebauung

Die BI fordert, auch im Auftrag von zwischenzeitlich mehr als
1.500 Unterzeichnern, von CDU, FDP und Freie Wähler:

„Der gültige Flächennutzungsplan (FNP) aus dem Jahre 1978 ist unverändert zu belassen. Ein Aufstellungsbeschluss zur Bebauung des Gebietes südlich der Rommelshauser Straße im Gebiet Kreutelstein ist für immer abzulehnen.“

Unsere Argumente:

1. Das betroffene Gebiet ist zusammen mit dem Gebiet Espan das Hauptentstehungs- und Hauptabflussgebiet von Kaltluft im Osten von Bad Cannstatt und hat für die Frisch- und Kaltluftzufuhr des Stadtbezirks eine entscheidende Bedeutung. Das Gebiet südlich der Rommelshauser Straße / Kreutelstein ist deshalb von einer weiteren Bebauung freizuhalten.

2. Wir brauchen Freiräume für die Einwohner, die bereits hier leben. Nur so kann man auch die Einwohnerzahl dauerhaft auf dem heutigen Niveau halten. Stuttgart wird im Vergleich zu Orten in der Region beim Thema Wohn- und Lebensqualität immer einen schweren Stand haben, weil die umgebenden Städte und Gemeinden weniger besiedelt sind. Deshalb muss man in der Stadt die noch vorhandenen Freiflächen schützen.
Umweltministerin Tanja Gönner (anlässlich des Neujahrsempfangs 2008 des CDU-Bezirks S-Wangen): „Wir brauchen Freiräume, in denen Menschen Natur erleben können.“

3. Ein Eingriff ist ein Eingriff, egal ob groß oder klein.
Im FNP von 1978 wurde - zu einer Zeit als Klimawandel noch ein Fremdwort war - wohlweislich die Rommelshauser Straße als strikte Grenze gesetzt, um Naherholung- und Stadtklimafunktion des Geländes – für die Bewohner von Cannstatt wohlgemerkt - zu erhalten. Wer diese Grenze überschreitet – egal, ob mit einer großen oder kleinen Lösung - sorgt für einen Dammbruch, der nicht mehr aufzuhalten ist.

Heute (30 Jahre später) gilt, angesichts von Klimawandel und weiter fortgeschrittener Zersiedelung der Stadtlandschaft durch Verkehrswege und Wohnungsbau, dieser Vorsatz erst recht.

5. Bestehende Bauten, die innerhalb der Frischluftschneise stehen und nach heutigem Sachstand sicher so nicht mehr genehmigungsfähig wären, dürfen nicht als Legitimation für ein neues Bauvorhaben gelten.
Deshalb sind die bereits bestehenden Häuser im oberen Bereich der Rommelshauser Straße von jeglicher Diskussion auszunehmen.

6. Eine Garantie, dass es nur bei einer Baureihe bleibt, gibt es nicht
(und können die Gemeinderäte auch nicht geben).
Versprechen sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Binnen Jahresfrist hat der Bezirksbeirat von Bad Cannstatt sein Votum geändert. Im Dezember genügte eine UTA-Sitzung, um aus einer „kleinen“ eine „große“ Lösung zu machen. Es bedarf nur einer weiteren Rathaus-Sitzung, um aus einer Baureihe mehrere Baureihen zu machen.

7. Luftbelastung in Bad Cannstatt schon hoch genug.
 Bad Cannstatt im Vergleich zu den anderen Stuttgarter Stadtteilen von einer besonders schwierigen klimatischen Situation mit erheblicher Vorbelastung betroffen (laut Stadtklimatologe Ulrich Hoffmann). Deshalb sind auch kleinste Eingriffe besonders sensibel zu bewerten.

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